Die Liebe Gottes – Teil 2 | thebereancall.org

Die Liebe Gottes – Teil 2

Hunt, Dave

Auszug aus „Whatever Happened to Heaven?, publiziert 1988.

Wir verstehen durch Gottes Wort und durch die Beweise, die uns täglich umgeben, dass Gott jeden gleich liebt und Seine Liebe für die ganze Menschheit persönlich ist. Gottes Liebe ist kein hochfliegendes Prinzip, eine unveränderliche kosmische Macht, die die Menschenmassen in ihrem unerbittlichen Prozess umgibt. Gott liebt jeden einzelnen und ruft alle, die auf Seine Liebe reagieren werden. Er will uns nicht nur segnen, sondern sich Selbst allen geben, die Ihn wirklich suchen. Und Er weint voll tiefer Sorge über die, die Ihn und Seine Liebe ablehnen. Gleichzeitig gestattet Er Satan, Nachfolger zu sammeln und sein falsches Reich zu errichten, und gibt den Menschen die Freiheit zu entscheiden, wem sie dienen wollen.

Es wäre jedoch falsch, anzunehmen, Gott würde weinen und nach unserer Liebe verlangen, als ob Er uns brauchen würde. Hier haben wir wieder einen Unterschied zwischen dem Gott der Bibel und den falschen Göttern der Weltreligionen. Islams Allah ist ein einzelnes Wesen, das somit allein ist und keine Liebe und Gemeinschaft kennen konnte, bis es andere Wesen schuf. Das Brahman des Hinduismus, das „Alles“ ist, kann nicht lieben oder Gemeinschaft pflegen, weil es unpersönlich und allumfassend ist. Es kann somit keine Ich-Du Beziehung geben. Der Gott Israels hingegen offenbart Sich beständig durch die ganze Bibel, von Genesis bis Offenbarung, als ein Gott, der aus einer Einheit dreier Personen besteht. Vater, Sohn und Heiliger Geist hatten immer Gemeinschaft, liebten sich und verkehrten in perfekter Vollkommenheit vertraut miteinander, und mussten daher keine Geschöpfe hervorbringen.

Wir haben Bedürfnisse und geben leider geringeren oder sogar falschen Bedürfnissen Priorität. Wenn wir Gott lieben, weil wir seinen Schutz und Fürsorge brauchen, dann haben wir die Freude verpasst, Ihn wegen Sich Selbst zu lieben. Gott allein ist unser größtes Bedürfnis. Alles andere ist weiterer Segen. Sogar christliche Führer wurden getäuscht, weil sie die „Hierarchie der Bedürfnisse“, erfunden von Abraham Maslow, einem gottlosen Humanisten und einem der Väter der New Age Bewegung, akzeptierten. Er sagte, zunächst müssten die geringeren Bedürfnisse nach Essen, Kleidung, Obdach usw. gestillt sein und nur dann könne man die höheren ethischen und geistlichen Werte schätzen. Diese Behauptung widerspricht der Schrift („Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes...“) und beeinträchtigt die Liebesbeziehung, die wir mit Christus haben sollten. Doch Maslows Lehre hat die Kirche zusammen mit viel mehr Gift aus der Psychologie infiziert.

Denken sie daran, was Sie von der Person wollen, die Sie lieben. Keine Dinge oder Gaben, sondern engere Gemeinschaft, mehr Liebe, vertrautere Gemeinsamkeit. Deshalb sind wir bewegt, uns zu geben, weil wir dem Einen gefallen wollen, den wir nun leidenschaftlich lieben. Gott wird uns wohl Kronen und Belohnungen im Himmel geben. Wir können das nicht verstehen, weil wir eine so trübe Wahrnehmung haben, wie der Himmel sein wird. Egal woraus die Belohnungen jedoch bestehen, wir wissen, dass jede ein Ausdruck Seiner Billigung ist, eine Erklärung, dass wir in bescheidenem Maße, wie Er Gnade geschenkt hat, Ihm gefielen. Nur diese Tatsache zu kennen ist alle Belohnung, die wir je wünschen könnten. Das wird uns Freude für die Ewigkeit schenken. Ihre Erwartung sollte uns hier und jetzt große Freude bereiten!

Auch Christen können entmutigt oder sogar depressiv sein. Dann scheint es unmöglich zu glauben, Er könne je Gefallen an uns finden (weil es in uns keinen Grund gibt, dass Er uns liebt). Gewiss werde die Ewigkeit wegen unseres erbärmlichen Versagens eher Bedauern als Belohnung bringen. Wir wollen „Recht so, du guter und treuer Knecht… geh ein zur Freude deines Herrn“ (Matthäus 25,23) hören, aber wir fürchten, es könne nie so sein. Diese Demut der Seele steht einem Christen gut, weil sie die schlichte Tatsache unserer Lage bis auf Seine Gnade reflektiert – aber dann sollten wir uns an die erstaunlichen und tröstenden Aussagen der Schrift erinnern:

Darum richtet nichts vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch das im Finstern Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen offenbar machen wird; und dann wird jedem das Lob von Gott zuteilwerden. (1 Korinther 4,5)

Veranlasst solches Lob uns nicht, selbstzufrieden zu sein und uns einzubilden, in uns sei doch etwas von Wert? Diese Einstellung würde dann die Herrlichkeit Gottes mindern und uns der echten Freude des Himmels berauben. Was ist das? Es geht nicht darum, etwas aus uns selbst zu werden, so dass wir Lob verdienten. Es geht darum, immer voll Staunen und Dankbarkeit zu sein, dass Er uns nehmen und zur Freude Seines Herzens machen würde.

Wir werden des Himmels oder Seiner Liebe nie wert sein. Ein Selbstwertgefühl würde alles ruinieren, weil es uns manch Aufmerksamkeit und Ruhm zuwendet. Wir werden immer durch Gnade gerettete Sünder sein, erkauft durch Sein Blut und Er wird immer unser herrlicher Retter sein. Weil Er uns mit Seiner Liebe erfüllt hat, wird unsere Vorliebe in der Ewigkeit immer sein, dass Er verherrlicht und gepriesen ist und wir Ihn mit ganzer Kraft lieben, die Er uns gibt. Seine ewige Freude wird sein, uns mit Sich zu segnen.

Das wird das Wunder des Himmels sein. Dass Er Gefallen an uns findet, wird uns mehr, als jetzt erfassbar, Freude bringen. Die Tatsache, dass jeder von Gott gelobt werden wird, bedeutet nicht, alle würden auf dieselbe Weise oder mit demselben Maße gelobt werden. Jedes Gefäß wird vor Freude überfließen, aber manche werden zweifellos tiefer als andere sein. Wir brauchen jedoch solche Unterschiede nicht zu identifizieren, auch wenn sie offensichtlich sind, denn solche Vergleiche machen in der Seligkeit des Himmels keinen Sinn. Alles was Er ist, die volle Unendlichkeit Seiner Person, wird allen gleich zur Verfügung stehen.

David, der den Herrn sehr gut kannte, verrät uns ein Geheimnis dieser vertrauten Beziehung, der er sich erfreute: „Eines erbitte ich von dem HERRN, nach diesem will ich trachten: dass ich bleiben darf im Haus des HERRN mein ganzes Leben lang, um die Lieblichkeit des HERRN zu schauen und [ihn] zu suchen in seinem Tempel“ (Psalm 27,4). Gott zu kennen und die Wunder Seiner Liebe zu erfahren war zweifellos das intensive Verlangen von Davids Herz, wie so viele Psalmen belegen: „O Gott, du bist mein Gott; früh suche ich dich! Meine Seele dürstet nach dir…“ fängt Psalm 63 an, und dieselbe Leidenschaft wird in vielen anderen ausgedrückt.

Obwohl David in seinem Leben von Familie und Freunden so oft abgelehnt wurde, war sein Herz mit der Freude des Herrn erfüllt – eine Freude, die ihn für die vielen Prüfungen stärkte, die er erduldete. Er hatte auch ein tiefes Verständnis des Himmels und wusste, dass die Freude, die er teilweise in diesem kurzen Glaubensleben erfuhr, dort in Fülle verwirklicht sein würde. Die Erwartung der himmlischen Freude und, ja, die intensive Freude an Gottes Gegenwart hebt unsere Hoffnungen von dieser Erde zum Himmel. In einem anderen Psalm hatte David geschrieben: „Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen; vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle, liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich“ (Psalm 16,11).

Der Apostel Paulus wies darauf hin, dass die Menschen in den letzten Tagen „das Vergnügen mehr als Gott“ lieben (2 Timotheus 3,4). Was für eine Anklage! Wie sehr verlangt es von uns, unsere Prioritäten zu überprüfen. Wie sehr werden wir eines Tages beschämt sein, dass die kläglichen Freuden dieser Welt uns je blind für die unendlichen und ewigen Freuden machen konnten, die Gott „denen bereitet hat, die ihn lieben“ (1 Korinther 2,9). Welch schlechter Tausch, das Himmlische für das Weltliche einzutauschen!

Die Hoffnung auf Christi Rückkehr hat für die, welche danach Ausschau halten, eine reinigende Wirkung. Um Gott sehen zu können braucht es eine Reinheit des Herzens (Matthäus 5,8). Jesus machte es unmissverständlich klar, als er warnte, „Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen spricht: Mein Herr säumt zu kommen“ (Matthäus 24,48). Es ist wichtig, dass unser Herr Bosheit mit der Freude assoziiert zu denken, Seine Rückkehr würde sich verzögern – und Rechtschaffenheit entsteht, wenn man Sein Erscheinen liebt.

Er betont gewiss die Bedeutung, die Hoffnung auf Seine nahe Rückkehr zu besitzen. Die Belohnung dafür ist laut Paulus „die Krone der Gerechtigkeit“ (2 Timotheus 4,8). Auch hier wird deutlich gemacht, Seine Erscheinung nicht zu lieben lässt uns offen dafür, dass Böses in unser Leben hineinkommt. Es zeigt, dass wir den Herrn nicht genug lieben und dafür unsere egoistischen Bestrebungen, die durch Seine Rückkehr gestört würden. Wir müssen den Herrn bitten, unsere Herzen dazu zu prüfen.

Gibt es Dinge, die wir tun, Orte, wohin wir gehen, sogar Siege, die wir „für Gott gewinnen“ wollen, die uns wichtiger sind, als vom Herrn in Seine ewige Gegenwart hochgeholt zu werden? Unsre Herzenshaltung zählt: „Wenn wir nur in diesem Leben auf Christus hoffen, so sind wir die elendesten unter allen Menschen“ (1 Korinther 15,19). Der freudvolle Christ hofft auf den Himmel. Er lebt nicht für diese Welt und bringt Opfer in diesem Leben, um dem Herrn zu gefallen und gewiss zu sein, Sein „Gut gemacht“ im Himmel zu hören. Die Bibel ist voll von Leuten, die, um Gott zu gefallen, sich von irdischen Belohnungen und Ehren abwandten. Sie werden in der Ewigkeit über diese Entscheidung jubeln.

Das ist die Botschaft in Hebräer 11, wo einige der Glaubenshelden und ihre Taten aufgelistet sind. Die hervorstechende Eigenschaft eines jeden auf dieser Ehrenliste ist, dass ihre höchste Hoffnung der Himmel war. Mussten sie sich zwischen dieser und der kommenden Welt entscheiden, wählten sie letztere.

Gott schuldet keinem Menschen etwas. Die Vorstellung, die viele vom Leiden für Christus haben und dass man so viel verpasst, um Gott zu gefallen, ist eine Karikatur, ausgeheckt von Satan. Wenn jemand stirbt, bedauert er gewiss nicht, so viele weltliche Freuden oder Ehrungen verpasst zu haben, weil er Gott gedient hat. Und wie können sogar jene, die aufgrund ihres Glaubens ihre Stellung und Besitztümer verloren haben, gefoltert, eingesperrt oder getötet wurden, irgendwie bedauern, dass eine ewige Belohnung auf sie wartet? Paulus erinnert uns:

Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. Denn unsere Bedrängnis, die schnell vorübergehend und leicht ist, verschafft uns eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit. (Römer 8,18; 2 Korinther 4,17)

Wir wissen, als Seine Braut sollten wir Sehnsucht haben, mit Christus zu sein und es tut uns leid, dass wir Seine Erscheinung nicht so lieben, wie wir sollten. Wie können wir unsere Liebe für Ihn anfachen? Zunächst müssen wir daran denken, dass Liebe nicht nur ein Gefühl ist, das uns hinwegfegt und außerhalb unserer Kontrolle ist. Ehen unter Christen gehen kaputt, weil sie behaupten, den anderen nicht mehr zu lieben, oft, weil sie sich in jemand anderen „verliebt“ haben. Das ist gar keine Liebe, sondern eine von Hollywood inspirierte Fälschung.

Liebe umfasst unerschütterliche Verpflichtung einem anderen gegenüber – daher gehören nicht nur Gefühle dazu, sondern ein Willensakt. Christus ist unser Vorbild, und Ehemänner sollen ihre Frauen lieben, wie Er die Gemeinde liebte. Eine Christus-ähnliche Ehe kann wohl umfassen, dass einer Hass, Missbrauch und Missverständnis erleidet – und seinerseits Liebe schenkt. Das tat Christus und das ist die Liebe, die Männer für ihre Frauen haben sollen.

Liebe erfordert nicht nur eine treue Verpflichtung, sondern man verpflichtet sich als Reaktion auf Gottes Gebot: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst“ (Lukas 10,27). Zur Liebe gehören wohl tiefe Gefühle, aber zuallererst gehorchen wir Gottes Gebot. Wir können unseren Ehepartner oder Eltern oder Schwiegermutter lieben und sogar unseren Feind, egal wie viel Böses sie uns wohl getan haben. Wir müssen nur zulassen, dass Gott seine Liebe durch uns ausgießt.

Christus hat sich für die Ewigkeit an uns gebunden, und Er erwartet dasselbe von uns Ihm gegenüber. Diese Bindung umfasst, andere zu lieben, sollten wir Ihn wirklich lieben – denn wenn wir unseren Bruder nicht lieben, ist das laut der Schrift der Beweis, dass wir Gott wirklich nicht lieben (1 Johannes 4,20-21). Wie viel mehr verrät das Beharren, wir könnten den Ehegatten oder die Eltern nicht lieben, die Tatsache, dass unsere Liebe zu Gott, egal wie laut wir sie verkünden, überhaupt nicht echt ist.

Es gibt ein weiteres Motiv, Christi Erscheinen zu lieben. Unser Verlangen ist nicht nur, dass wir selbst Ihn sehen, sondern wir wollen Ihn auch auf dieser Erde verherrlicht sehen, wo er so lange abgelehnt wurde. Welch Tragödie, „Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, doch die Welt erkannte ihn nicht“ (Johannes 1,10). Das Herz derer, die Christus lieben, ist betrübt, dass diese Welt, geblendet von Stolz, einfach weitermacht, ihr Plastikutopia zu bauen und den Einen vollkommen missachtet, der sie vor einer schrecklichen Ewigkeit retten will, die sie selbst verschuldet.

Wenn wir unseren Herrn lieben, dann wollen wir Ihn der Welt offenbart sehen und bekannt als das, was Er ist. Wir wollen Ihn geehrt und gepriesen sehen, wo er abgelehnt wurde. Weil er unsere Seelen liebt, wollen wir Seine Herrschaft sehen. Er hat das Recht, zu herrschen. Wir wollen an Seiner Seite sein, Sein Lob singen, Ihn Menschen zeigen.

Unsere Beziehung zu Christus und durch Ihn zu Gott wird ewig voll perfekter Liebe sein. Wenn wir Ihn sehen, ersetzt das Sehen Glaube und Hoffnung. Aber die Liebe, die größte von allen Gaben, wird ewig bestehen.

Er will uns bei Sich haben, mehr als wir selbst je begehren könnten, dort zu sein. Er liebt uns mit einer Liebe, die uns nie loslassen wird. Und weil Er unsere Zuneigung gewonnen hat, werden wir ewig durch Liebe an Ihn gebunden sein – eine Liebe, die nicht nur von Gott zu uns fließt, sondern die aus erlösten Herzen rein und voll Freude zu Ihm zurückkehrt, was Sein ewiges Geschenk sein wird.

Die Zeichen Seiner nahen Rückkehr sind heute in der Welt wie nie zuvor. Die schlafende Kirche mag bald mit dem Ruf erschüttert werden, von dem Christus in einem schwer zu verstehenden Gleichnis sprach, das wohl bald in unseren Tagen Erfüllung finden kann.

„Als nun der Bräutigam auf sich warten ließ, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. Um Mitternacht aber entstand ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht aus, ihm entgegen!“ (Matthäus 25,5-6). TBC

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