Gedanken über einen vernunftgemäßen Glauben | thebereancall.org

Gedanken über einen vernunftgemäßen Glauben

Hunt, Dave

Gedanken über einen vernunftgemäßen Glauben

Dave Hunt

Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich es meine; und sieh, ob ich auf bösem Weg bin, und leite mich auf dem ewigen Weg! – Psalm 139,23-24

Erstveröffentlicht im April 2010

Glaube und Vernunft passen nicht zusammen, meinen Welt wie Gemeinde, obwohl tatsächlich der eine nicht ohne die andere existieren kann. Als Gott Adam rief, „Wo bist du?“, wollte Er nicht wissen, wo er war, sondern fragte nach seiner moralischen und geistlichen Beziehung zu seinem Schöpfer. Wie ein Aufkleber sagt, „Wenn du dich weit entfernt von Gott fühlst, rate mal, wer sich entfernt hat?“

Weiter zum verlorenen Sohn, der verlangte, sein Erbe vor der bestimmten Zeit zu erhalten, die normalerweise nach dem Tod seiner Eltern kam. Statt sein Erbe weise zu investieren, verschwendete er alles mit Huren und durch verschwenderisches Leben. Als jene, die er für seine Freunde hielt, sahen, dass er seine Geldmittel aufgebraucht hatte, verließen sie ihn, und ließen ihn mittellos zurück, und zeigten damit, welche Art von „Freunden“ er bei seinem abschüssigen Weg in Armut und Schande angesammelt hatte.

Gott möchte unsere Aufmerksamkeit. „Kommt doch, wir wollen miteinander rechten“ spricht Gott zu Seinen ungeratenen Kindern. Sein Wort hat uns viel dazu zu sagen. Er möchte, dass wir darüber Tag und Nacht nachsinnen. Meine frühesten Erinnerungen an meinen Vater bestanden darin, ihn auf seinen Knien vor der offenen Bibel zu sehen. Ich musste nie versuchen, die Bibel auswendig zu lernen. So oft hatte ich sie bei unseren Familienandachten gehört und in meinen persönlichen Studien gelesen, dass sie ein Teil von mir wurde.

Eine Hochzeit steht bevor. Sie wird im Himmel stattfinden. Ein Kirchenlied lautet, „Was für ein Tag wird das sein, wenn ich meinen Jesus sehen werde. Wenn Er mich an der Hand nimmt und mich durch das Gelobte Land führt… was für ein herrlicher Tag wird das sein!“ Dies sollten wir gespannt erwarten.

Wenn einer fragt, „Wann wird die Entrückung stattfinden?“, so antworte ich oft, „Wie bald soll sie kommen?“ Ein Prediger soll seine kleinen Zuhörer gefragt haben, „Wie viele von euch wollen in den Himmel kommen?“ Alle Kinder hoben ihre Hände, außer einem kleinen Jungen in der ersten Reihe. Nach dem Ende der Versammlung setzte sich der Prediger neben den Burschen und fragte, „Willst du nicht in den Himmel kommen“?

„Oh ja, mein Herr“, antwortete er.

„Aber als ich alle jene, die in den Himmel kommen wollen, bat, ihre Hände zu heben, hast du deine nicht gehoben.“

„Ach mein Herr, ich dachte, sie meinten jetzt gleich."

Natürlich wollen wir in den Himmel kommen, aber es gibt so vieles, was wir zuerst auf der Erde tun wollen, dass wir unser Gefühl für die Dringlichkeit verlieren. Wir sind die Braut Christi. Wie tragisch ist es, wenn uns die ungeduldige Vorfreude fehlt, welche die Braut haben sollte, wenn der Tag ihrer Hochzeit naht! Einerseits wollen wir bei Christus sein. Wir wissen, dass der Herr uns liebt, aber daran zu denken, vor dem ICH BIN zu stehen, ist unglaublich Ehrfurcht einflößend. Mögen wir uns aufs Neue sehr auf Sein verheißenes Kommen freuen.

Es ist erstaunlich, dass Gott mit uns, Seinen Geschöpfen, vernünftig reden will. Das Wort spricht viel von Verständnis. Was bedeutet das? Gott mag erklären, warum Er bestimmte Dinge getan hat, aber er wird uns nicht um Rat fragen noch Streitfragen mit uns debattieren. Er erwartet keinen Rat von uns, sondern freut sich, wenn wir gehorsam sind. Wir sollen Gott mit unserem ganzen Herzen lieben, und unseren Nächsten wie uns selbst. Jesus sagte, dies sei das Wesentliche beim Gesetz und den Propheten.

Gott braucht Sich uns gegenüber nicht zu rechtfertigen. Dennoch sagt Gott, „Kommt doch, wir wollen miteinander rechten“ (Jesaja 1,18). Ich meine, damit will Er Sein Herz mit uns teilen. Ich denke oft, wie groß Gott ist und staune, dass Er unsere Gemeinschaft will, aber so ist Sein Herz. Mit der Errettung sind alle Dinge neu geworden, und das schließt den Anfang einer intimen Beziehung ein, wie zwischen Vater und Kind.

Die Schrift sagt, „Der Anfang der Weisheit ist: Erwirb Weisheit, und um allen deinen Erwerb erwirb Verstand“ (Sprüche 4,7). Gott will uns nichts aufzuzwingen, aber er will, dass wir die Beziehung, die Er mit Seinen Kindern haben will, verstehen und große Freude daran haben.

Natürlich ist Glaube kein Sprung ins Dunkle mit Hoffnung auf eine sanfte Landung. Wir müssen danach trachten zu wissen, wohin wir nach Gottes Willen gehen sollen, und was Sein Wille für unser Leben ist. Er will, dass wir wissen. Er will, dass wir verstehen. Er will uns nicht als Sklaven behandeln, sondern als liebste Freunde. Wie erstaunlich! Wie Herrlich! Abraham wurde „Freund Gottes“ genannt. Jesus sagte Seinen Jüngern, „Ich nenne euch nicht mehr Knechte… euch aber habe ich Freunde genannt“ (Johannes 15,15). Dies ist schwer zu ergründen –wir Gottes können Freunde sein, und nicht nur Seine Freunde, sondern die liebsten Objekte der Liebe Seines Herzens.

Wie gut hat George Matheson diese Wahrheit ausgedrückt, die kam, als er sagte, „wie ein wunderschöner Frühlingstag [Lied wörtlich übersetzt]

Oh Liebe, die mich nicht loslassen wird!
Meine müde Seele ruht auf dir;
Ich gebe dir das Leben zurück, das ich dir schulde,
Dass in deiner Ozean Tiefe sein Fluss
reicher und voller sein möge.

Oh Licht, das allen meinen Wegen folgt,
Ich gebe dir meine flackernde Fackel,
Mein Herz stellt seinen geborgten Strahl wieder her,
Dass in deines Sonnenscheins Glanz sein Tag;
heller und heiterer sein möge.

Oh Freude, die mich durch Schmerz sucht,
Ich kann dir mein Herz nicht verschließen,
Durch den Regen erkenne ich den Regenbogen,
Und fühle, die Verheißung ist nicht vergeblich,
Dass der Morgen ohne Tränen sein wird.

Oh Kreuz, das mein Haupt erhebt,
Ich wage nicht zu bitten, vor dir zu fliehen;
Ich lege den Ruhm des Lebens tot in den Staub,
Und aus dem Grund dort blüht rot
Leben das endlos sein wird. Amen.

Wir sollen den Herrn mit unserem ganzen Herzen, Seele, Verstand und Kraft lieben, und unseren Nächsten wie uns selbst. Dies ist keine Anregung Gottes, sondern ein Gebot. Jesus sagte, „Und wenn ihr dasteht und betet, so vergebt, wenn ihr etwas gegen jemand habt, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt“ (Markus 25). Das fällt uns schwer, aber die Sprache ist eindeutig. Jesus erklärt weiter, „Wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben“ (Matthäus 6,15). Das ist Teil der „Bergpredigt“. Es schneidet in unsere Herzen. Ich erinnere mich an eine lange Fahrt mit dem Taxi, bei der ich dem Fahrer das Evangelium zu erklären versuchte. Er behauptete, nie gesündigt zu haben. Ich zitierte ihm diese Schriftstelle und fragte ihn, ob er dieser Ermahnung gefolgt sei: „Lieben sie ihren Nächsten wie sich selbst?“

Mit einem kurzen Lachen sagte er, „Das habe ich nicht eine Sekunde getan“.

„Nun“, antwortete ich, „die Worte Christi sind eindeutig: wenn sie etwas gegen jemand haben, brauchen sie nicht zu erwarten, dass Gott ihnen irgendeine ihrer Sünden vergibt“. Natürlich war ihm solch eine Vergebung ohne das neue Leben, das Christi Tod gewährt, nicht möglich. Was dem Taxifahrer unmöglich war, ist unsere Pflicht als Nachfolger Christi.

Dem können wir nur schwer gegenübertreten. Was wir als „Vaterunser“ bezeichnen [Im Englischen „Gebet des Herrn“], ist in Wirklichkeit das Gebet, das Christus Seinen Jüngern und uns gleichermaßen gab. Wir können den Allmächtigen Gott ansprechen:

Unser Vater, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden. Gib uns heute unser tägliches Brot. Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen. (Matthäus 6,9-13)

Ich denke oft, wie erstaunlich es ist, dass wir eine persönliche Beziehung mit Gott haben können und dass Er uns Seine Freunde nennt. Das ist großartig. Oft sage ich Gott, „wir sind so erbärmliche Geschöpfe. Du bist so groß. Wie können wir es auch nur wagen, mit Dir zu reden. Du bist ohne Anfang oder Ende; Du bist unendlich in Macht und Weisheit, doch nennst Du uns Deine Freunde. Was für gnädige Huld! Oh, gib mir die Fähigkeit, auf gleiche Weise zu antworten!“

Der Psalmist sagte:

Wenn ich deinen Himmel betrachte, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der Mensch, dass du an ihn gedenkst, und der Sohn des Menschen, dass du auf ihn achtest? Du hast ihn ein wenig niedriger gemacht als die Engel; aber mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände gemacht; alles hast du unter seine Füße gelegt. (Psalm 8,4-7)

Warum sollte Gott wollen, dass wir Ihn lieben? Was könnte unsere Liebe für Ihn bedeuten? Er braucht wirklich nichts von uns. Vater, Sohn und Heiliger Geist lebten in perfekter Harmonie, vollkommen in Gemeinschaft miteinander in all der vergangenen Ewigkeit. Es steht außer Frage, dass der Mensch nicht nur im Bilde Gottes, sondern auch für eine einzigartige Gemeinschaft mit Ihm geschaffen war. Das können wir überhaupt nicht verstehen!

Gewiss brauchte Gott den Menschen nicht als Gefährten. Er wollte eine spezielle Beziehung. Diese ging verloren, als der Mensch sündigte und Gott nicht länger Gemeinschaft mit ihm haben konnte. Wir verstehen diesen Verlust nicht, aber ich meine, jeder Mensch fühlt ihn. Wie heftig muss Gott selbst diesen Verlust verspürt haben!

Es gibt eine Leere in jedem menschlichen Herzen, die nur Gott füllen kann. Gott und Mensch waren bestimmt dafür, in Gemeinschaft – in Gesellschaft zu leben. Die Engelwesen, die Luzifer bei seinem Fall nicht folgten, konnten nie diese Beziehung mit Gott haben, denn als sündlose Wesen konnten sie nie die Dankesschuld eines erlösten Sünders erfahren. Nur der Mensch kann es (Lukas 7,47).

Der Bruch zwischen Gott und Mensch zog das ganze Universum in Mitleidenschaft. Römer 8 sagt, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt bis jetzt, und „sehnt die Offenbarung der Söhne Gottes“ herbei. Ich glaube, jeder Mensch weiß, dass etwas falsch mit diesem Universum ist, das tiefer geht als die Schlagzeilen über Krieg, Mord, Vergewaltigung, Raub und all das Böse in der menschlichen Gesellschaft. Da ist etwas anderes hinter all diesem.

Die alten Schriftsteller wussten dies und versuchten es auszudrücken. Das taten Dickens, wie auch Tolstoi, Dostojewski und viele andere. Dagegen ist die überwiegende Mehrzahl der Filme, die Hollywood heute produziert, nicht nur abstoßend unmoralisch, sondern im Großen und Ganzen seicht in der Ausdrucksweise dessen, worum es beim Menschsein geht, und sie sind nicht in der Lage, die Leere im Herzen des Menschen zu enthüllen. Viele unserer alten Schriftsteller stellten das Böse im menschlichen Herzen dar und ihre Werke, obgleich viele von ihnen keine Christen waren, waren erfüllt mit Beispielen, in denen Gutes und Böses einander gegenübergestellt wurden. Das kommt in den heutigen populären Romanen und Filmen nicht heraus, wo Gott nicht geehrt, aber oft verspottet wird. Sie spiegeln Gottes traurigen Kommentar wider: „Der Narr spricht in seinem Herzen: Es gibt keinen Gott“ (Psalm 14,1; 53,2).

Beim Evangelisieren müssen wir darauf vorbereitet sein, zu überzeugen. Wir wissen, dass das Wort Gottes lebendig und kräftig ist, das Schwert des Geistes, doch wir haben das Privileg, es mit anderen zu teilen. Wir müssen die Gründe mitteilen, warum wir an Gott glauben: „Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung gegenüber jedermann, der Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, [und zwar] mit Sanftmut und Ehrerbietung“ (1 Petrus 3,15). Das führt zu einer Frage. Warum sollte uns jemand um „Rechenschaft“ bitten? Wir müssen wohl Anlass dafür gegeben haben – hoffentlich durch das persönliche Zeugnis unseres gottgefälligen Lebens.

Wir zögern oft, das Evangelium zu teilen, weil wir nicht wissen, wie wir anfangen sollen. Ich denke an die Veranschaulichung, die mein Vater verwendete. Er erzählte die Geschichte vom Barbier, der einen Mann rasierte und die blanke Klinge über seinen Kopf hob und sagte, „Sind sie darauf vorbereitet, zu sterben“? Der Mann rannte entsetzt aus dem Laden. Offensichtlich ist das kein guter Anfang, wenn wir das Evangelium vorstellen wollen!

Ich erinnere mich an eine gut angezogene und frisierte und offensichtlich wohlhabende Frau, die neben mir im Flugzeug saß. Einige Male versuchte ich, ein Gespräch anzufangen, aber sie blieb reserviert. Ich betete zum Herrn, „Ich habe zweimal versucht, einen Weg zu finden, mit dieser Frau zu sprechen, um ihr das Evangelium vorzustellen. Damit irgendetwas passiert, muss diese Frau selbst die Tür öffnen.“ Ich las Richard Dawkins Buch, Das Egoistische Gen, und hatte es in der Sitztasche vor mir. Ich zog es heraus, um es zu lesen, und meine Sitznachbarin schaute darauf und sagte, „Wer würde ein Buch wie dieses schreiben“? Das war die Eröffnung, auf die ich wartete, und wir hatten ein wunderbares Gespräch. Sie erwies sich als eine suchende Seele.

Um uns sind all jene, die auf jemanden warten, der ihnen das Evangelium vorstellt. Ich saß einst neben einem Mann, der sich umbringen wollte. Er war bestimmt reif für das Evangelium. Wenn wir die Frohe Botschaft mit jemandem teilen wollen, wird der Herr die Tür öffnen. Wir sollten nicht versuchen, das Evangelium jemandem aufzuzwingen. Lasst den Heiligen Geist dieses Werk verrichten. Wir müssen Gottes Leitung suchen, wenn wir in Seinem Werk erfolgreich tätig sein wollen.

Der moderne Mensch hat keine Zeit für Gott. Ein altes Kirchenlied fragt, „Was wirst du tun mit Jesus? Du kannst nicht neutral bleiben. Eines Tages wird dich dein Herz fragen, ‚Was wird Er mit mir tun?’“ Die ganze Ewigkeit werden verlorene Seelen durch die Erkenntnis gequält werden, dass der Erlöser, den sie abwiesen, ihnen die Himmelstür hätte öffnen können.

Glücklich können wir immer noch verkünden, dass die Tür offen bleibt und wer da will, hineintreten kann. Wie lange das noch der Fall sein wird, können wir nicht sagen. Während immer noch Zeit ist, sollte jeder echte Christ bereit sein, eifrig jede sich bietende Gelegenheit zu ergreifen, die Frohe Botschaft des Evangeliums mitzuteilen. Das ist die „vernünftige“ Erwartung unseres Herrn. TBC

Erkennt doch, dass der HERR den Getreuen für sich erwählt hat! Der HERR wird hören, wenn ich zu ihm rufe. – Psalm 4,4

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