Verteidigt den Glauben 2019_11 | thebereancall.org

Verteidigt den Glauben 2019_11

Hunt, Dave

Verteidigt den Glauben

Unser monatlicher, spezieller Artikel aus Dave Hunts Buch mit demselben Titel. Biblische Antworten auf herausfordernde Fragen

Gott ist kein Sadist

Frage: Die Bibel behauptet, Gott kenne die Zukunft. Dann wusste Er gewiss, dass Adam und Eva sündigen würden und dass unermesslich Böses und Leiden folgen würden. Der Gott der Bibel muss jede Vergewaltigung, Mord, Krieg und allen Schmerz und alles Leid gekannt haben, die folgten. Da er fortfuhr und den Menschen sowieso erschuf, kann Er wohl nur ein Monster oder ein Sadist sein?

Antwort: Die unsinnige und blasphemische Vorstellung, Gott sei grausam, kann sofort abgewiesen werden. Zum einen gibt es zu wenig Böses und Schmerz in der Welt, um diese Theorie zu stützen. Wäre Gott der Unhold, den Skeptiker aus Ihm machen, wäre das Leben unendlich schlechter, als es ist. Es gäbe keine Freude neben dem Leiden, alles wäre nur Depression und Elend; Sex wäre nicht auserlesen erfreulich, sondern schrecklich schmerzlich, wenn auch unwiderstehlich. Linton drückte es so aus:

[Wäre Gott ein Sadist], könnte er uns unendlich mehr Leid zufügen. Er könnte uns zwingen zu essen, wie der Drogenabhängige zum Drogenkonsum gezwungen ist, mit schmerzlichem Entzug statt mit erfreulichem, gesundem Hunger. Alle physischen Funktionen könnten schmerzlich erzwungen statt durch Freude gefördert sein.

Wäre Gott desinteressiert, warum die Vielzahl von Fruchtaromen für den Gaumen, die immer harmonierende Farbenvielfalt bei Blumen und dem Sonnenuntergang, der Hauch von salzhaltiger Luft und unsere Fähigkeit, uns dieser Dinge zu erfreuen? Warum die feinen Freuden und völliger Sinn des Wohlseins, die ein Gläubiger an Christus oft erfährt, die er nicht benennen oder beschreiben kann?

Wenn Gott Seine Geschöpfe liebt, ist alles klar, außer Tod, Schmerz und Leid. Diese Dinge stellen in der Tat allen, so wie sie sind, ein unlösbares Problem, außer Gläubigen. Aber die Erklärung der Bibel ist kristallklar: „Der Tod kam durch die Sünde“, und das herrliche Ende wird prägnant erklärt durch „und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen“ (Jesaja 25,8; Offenbarung 7,17; 21,4)

Das Universum wurde gewiss nicht durch einen Sadisten entworfen. Diese Theorie dürfen wir als gültige, mögliche Erklärung von Bösem und Leiden aufgeben. Doch Atheisten beschuldigen Gott unlogisch und unvernünftig wiederholt seit Jahrhunderten des Bösen und Leiden. Samuel Putnam drückte es im letzten Jahrhundert so aus:

Statt diesem Leiden hätte Gott Glück machen können. Willentlich und ohne Zwang schaffte er Leiden. Was ist er anderes als ein allmächtiger Unhold? Seine guten Taten können seine bösen nicht entschuldigen, genauso wenig wie die Guten eines Mörders sein Verbrechen… Gott muss ganz gut sein, ansonsten ist er überhaupt nicht gut.

Putnam war wohl intelligent. Wie konnte er nicht den offensichtlichen Unsinn seines Arguments sehen? War er voreingenommen? Ich nehme an, Putnam (und wenn nicht er dann bestimmt viele Atheisten mit demselben Einwand) hatte Kinder. Wusste er nicht, dass die Kinder, die er und seine Frau in die Welt setzten, leiden und schließlich sterben würden? Wusste er nicht, dass es möglich war, dass eines oder mehrere seiner Kinder, wie die vieler Eltern, vielleicht Verbrecher würden und anderen großen Schaden zufügen könnten? Natürlich. Gesunder Menschenverstand sagt ihm das.

Gott ist nicht Urheber des Bösen

Ist Putnam daher verantwortlich für all das Böse und Leiden, das vielleicht seinen Kindern zugefügt wurde und / oder für das, was sie anderen zufügten? Natürlich nicht. War es Putnam und seiner Frau möglich, absolut gewiss zu sein, dass all ihre Kinder nur Behagen und niemals Schmerz, nur Freude und nie Leiden erfuhren? Gewiss nicht. Konnten sie sicher sein, dass all ihre Kinder, die sie in die Welt setzten, sich als aufrichtig erwiesen und nie für ein Verbrechen bestraft oder exekutiert würden? Auch hier lautet die klare Antwort: Nein!

Jeder aufrichtige Mensch muss folgern, weder Putnam noch sonstige Eltern, die diesen Einwand gegen Gott erheben, könnten sich sicher sein, welches Leben ihre Kinder leben, ob gut oder böse, oder welches Leiden sie erdulden oder anderen zufügen würden. Sie können jedoch absolut sicher sein, dass ihre Kinder zumindest manch Krankheit, Leid und Sorgen haben würden. Sind daher nicht diese Kritiker und alle anderen Eltern so schuldig wie Gott, Leiden anderen zuzumuten? Wenn Gott Sadist ist, weil er den Menschen schuf, sind nicht alle Eltern gleichermaßen Sadisten, wenn sie Kinder in die Welt setzen?

Man sagt, der Unterschied sei, dass Gott die Welt kontrolliert und er könne machen, was Er will. Ist das so? Kann Er? Im Gegenteil, ist nicht diese Welt, so wie sie heute ist, nicht von Gott, sondern durch eigensinnige Gedanken, Ambitionen, Begierden und schlechte (und oft mutige und gute) Taten der Menschheit in der ganzen Geschichte geschaffen worden? Die Welt ist, wie der Mensch sie gemacht hat, nicht wie Gott es wollte. Sollte man jemanden beschuldigen, dann ist Schmerz, Sorgen und Böses in der heutigen Welt dem Mensch zuzuschreiben. Nicht Gott bewirkt Sünde und Leiden, sondern der Mensch!

Kann Gott jeden sogar gegen seinen Willen zwingen, weise, gut und glücklich zu sein, oder Eltern ihre Kinder, sich genauso zu verhalten, wie sie bestimmen? Offensichtlich nicht, solange wir Entscheidungsfreiheit haben. Und wären wir dessen beraubt, wären wir nicht länger Mensch, sondern eine niedrigere Spezies moralischer Krüppel, nicht mehr verantwortlich für die eigenen Taten als Marionetten. Würde Putnam oder ein anderer Atheist das wollen? Bestimmt nicht. Dann sollen sie aufhören, Gott zu Unrecht für das Böse der Welt zu beschuldigen!

Gottes elterliche Klage

Der Prophet Jesaja, inspiriert durch den Heiligen Geist, drückte Gottes Gram über die Taten der Menschen aus, Taten, die Seinem gütigen Wunsch für sie so entgegengesetzt sind. Hört Gottes Klage:

Hört, ihr Himmel, und horche auf, o Erde; denn der HERR hat gesprochen: Ich habe Kinder großgezogen und emporgebracht, sie aber sind von mir abgefallen. Ein Ochse kennt seinen Besitzer, und ein Esel die Krippe seines Herrn, [aber] Israel hat keine Erkenntnis; mein Volk hat keine Einsicht. Wehe der sündigen Nation, dem schuldbeladenen Volk! Same der Übeltäter, verderbte Kinder! Sie haben den HERRN verlassen, haben den Heiligen Israels gelästert, haben sich abgewandt.

Das sind nicht Worte und Gefühle eines Sadisten, der absichtlich Leid und Sorgen auf die Welt brachte. Im Gegenteil, es ist die Klage eines Gottes der Liebe, der das Beste für die will, die Er schuf, und trauert, dass sie durch ihre eigenen bösen Handlungen Leid und Tod über sich bringen wollen.

Bestimmt können sich alle Eltern mit Gottes Gram identifizieren über das Verhalten derer, die Er Seine Kinder nennt. Gab es je Eltern, die das Verhalten ihrer Kinder nicht bedauerten, zumindest manchmal und in gewissem Maße? Und was wäre die Lösung? Können die Eltern, die das Kind in die Welt setzten, es zwingen, zu gehorchen? Könnten sie es zwingen, sich ihrem Diktat zu beugen? Offensichtlich nicht.

Doch selbst wenn Eltern diese Aufgabe bewältigten, würde es nicht die Probleme der Menschheit lösen. Das Kind muss freiwillig reagieren, der aufgezwungene „Gehorsam” ist bedeutungslos. So ist es mit Gott. Er gab uns Entscheidungsfreiheit, Ihn lieben zu können. Der Menschheit dieses Recht zu entziehen würde den Menschen zerstören, wie Gott ihn schuf und wie der Mensch sein will. Das Böse ist nicht das Tun Gottes, sondern des Menschen, durch ichsüchtigen und somit böswilligen Gebrauch der ihm verliehenen Entscheidungsfreiheit.

Auszug aus Verteidigt den Glauben von Dave Hunt

 
 
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