WILD IM HERZEN, ODER DURCH DEN FEIND GEFANGEN GENOMMEN? | thebereancall.org

Lay, Barbara
Newby, Ed

Es gibt eine alte Redensart, es sei besser aufzuhören, wenn man vorne liegt. In seinem Buch Wild at Heart (Wild im Herzen - Thomas Nelson, Verleger), wäre es dem Autor John Eldredge von großem Nutzen gewesen, hätte er auf diesen Rat gehört.

Er legt ganz zu Recht dar, dass Männer aufgrund des Einflusses von Gesellschaft, sich verändernden gesellschaftlichen Sitten und dem Feminismus aufhören, Männer zu sein. Nach Eldredge müssen Männer „Männer" sein.

An dieser Stelle hätte er aufhören sollen. Anstatt zur Schrift zu gehen, verwendet er Hollywood Produktionen, die anscheinend größeren Reiz auf christliche Männer ausüben als Bibelstudien: „Vergleichen sie ihre Erfahrung beim Anschauen des letzten James Bond oder Indiana Jones Thriller mit, sagen wir, zu einer Bibelstudie zu gehen" (Wild at Heart S. 13). Egal wie sehr unser Fleisch durch Filmhelden inspiriert sein mag, in der Schrift haben wir die historischen Berichte von sehr realen Männern (und Frauen), und wir wissen, „Alle diese Dinge aber, die jenen widerfuhren, sind Vorbilder, und sie wurden zur Warnung für uns aufgeschrieben" (1 Korinther 10,11). Wie kann James Bonds offenkundig unmoralischer Lebensstil Männer eventuell dazu ermutigen und inspirieren, wirkliche Männer zu sein, wie die Bibel sie definiert? Bonds „Heldentaten" mögen unsere Gefühle erregen, aber er bleibt eine moralisch schwache, erfundene Figur.

Wild at Heart war schon ne Weile draußen, aber man kann beinahe alle christlichen Männer fragen, und wird wahrscheinlich erfahren, dass ihnen dieses Buch bei einer Bibelstudie oder einer Klausurtagung für Männer usw. als Hilfe angeboten wurde, „[sein] männliches Herz wieder zu finden". Eldredge lädt sogar Frauen ein, „die Geheimnisse der Seele eines Mannes zu entdecken und Freude zu haben an der Stärke und Wildheit, die Männer - so wie sie erschaffen wurden - aufweisen". Aber was bedeutet das? Viele Männer gehen gerne zum Jagen, Fischen und leben gerne im Freien, aber nicht alle. Deswegen sind sie nicht weniger Mann. Mut und Abenteuer sind nicht darauf begrenzt, die Wildnis in Angriff zu nehmen oder Schlossmauern zu erklimmen. Lass uns über den Mut reden, den es braucht, mit dem Nachbarn, der eigenen Familie, oder Fremden über das Evangelium zu reden!

Eldredge postuliert drei angebliche Prinzipien für Männer: „eine Schlacht zu kämpfen, ein Abenteuer zu erleben und eine Schönheit zu retten" (S. 9). Man kann diese „Prinzipien" in der Schrift nicht vorfinden, somit muss Eldredge improvisieren, und die Schriften verdrehen, um eine unbiblische Prämisse zu untermauern.

Er deutet an, dass wahre Männer Gott nur an den „wilden Orten" begegnen. Er spricht von Jakob, Moses und Elias. „Moses begegnete dem lebendigen Gott nicht in einem Einkaufszentrum. Er findet ihn (oder wurde von ihm gefunden)... draußen in der Wüste Sinai, weit weg vom Komfort Ägyptens" (S. 5). Eldredge fragt, „Wohin ging Elias, um wieder zu erstarken? In die Wildnis" (S. 5). In allen drei Fällen wurden diese drei Männer von Gott gefunden (oder sie fanden Ihn), nachdem sie sich Herausforderungen gegenüber sahen, vor denen sie wegrannten! Moses war nicht vom Komfort Ägyptens weggelaufen, weil er die Wildnis bevorzugte. Er floh nach Midian, weil sein von Menschen ersonnener Plan, Israel zu befreien, scheiterte und der Pharao ihn hinzurichten suchte (2 Mose 2,11-15)! Jakob war alleine in der Wüste, weil er Angst vor der Vergeltung Esaus, seines Bruders, hatte (1 Mose 32,6-24). Elias ging nicht in die Wüste, „um wieder zu erstarken". Er rannte für sein Leben, um sich vor Isebel zu retten (1 Könige 19,3). Gott traf Elias in der Wüste, betreute ihn und gab ihm Aufgaben, die ihn aus der Wüste weg führten (1 Könige 19,15-19).

Obgleich er „Offenen Theismus" in Abrede stellt, porträtiert Eldredge Gott als „eine Person, die ungeheure Risiken eingeht" (S. 30), denn „es ist nicht das Wesen Gottes, Seine Risiken zu begrenzen und Seine Stützpunkte zu sichern" (S. 31). Er schreibt auch, „Wie in jeder Beziehung gibt es auch hier ein gewisses Maß an Unberechenbarkeit.... Gottes Bereitschaft, Risiken einzugehen, ist einfach erstaunlich..." (S. 32) Das ist gewiss nicht schriftgemäß. Ja, der Herr gab dem Menschen Entscheidungsfähigkeit, aber Sein Plan für ihre Erlösung war vor der Schöpfung vorbereitet. Der Herr Jesus ist „[das Lamm], das geschlachtet worden ist, von Grundlegung der Welt an" (Offenbarung 13,8). Psalm 90,2 berichtet uns, „ja, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du Gott".

Wiederholt weist Eldredge zurück auf ein unbiblisches Beispiel, ohne anscheinend seine Bemerkungen durchdacht zu haben. Er berichtet, wie „es mich so sehr danach verlangte, ein Mann wie Maximus zu sein, nachdem ich den Film Gladiator sah" (S. 134). Wirklich? Was wissen wir über Maximus? Er war ein Polytheist, der blutige Rache durch Gewalt suchte und sie sich in seinem Sterben verschaffte. Ist dies das Beispiel, das Christus den Männern Gottes hinterließ, dem sie folgen sollten? „Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt. »Er hat keine Sünde getan, es ist auch kein Betrug in seinem Mund gefunden worden«; als er geschmäht wurde, schmähte er nicht wieder, als er litt, drohte er nicht, sondern übergab es dem, der gerecht richtet" (1 Petrus 2,21-23). Aber Eldredge geht so weit, zu verkünden, dass Gott zu ihm sagte, „Du bist Heinrich V nach Agincourt... der Mann in der Arena, dessen Gesicht mit Blut und Schweiß und Staub bedeckt ist, der heldenhaft kämpfte... ein großer Krieger... ja sogar Maximus" [Auslassung durch den Verfasser].

Wir glauben auch, dass sein „Porträt" von Adam und Eva unbiblisch ist (nämlich, dass Adam während der Verführung bei Eva war). Der Bericht in der Schrift (1 Mose 3,1) beginnt damit, dass die Schlange mit Eva redet. Der zitierte Vers (1 Mose 3,6) besagt nicht, dass Adam bei Eva war, und einen anderen Schluss zu ziehen, verlangt von uns, etwas in die Erzählung hineinzulesen. Eva „nahm von seiner Frucht", bedeutet nach der wörtlichen Wiedergabe des Hebräischen, „nahm weg, trug weg oder schaffte weg". Die zwingende Folgerung lautet, dass sie die Frucht zu Adam brachte, bevor sie sie ihm gab. Das liefert Adam keine Ausrede für sein Verhalten. Eva wurde getäuscht und sündigte, aber Adam wurde nicht getäuscht, wie Paulus uns sagt (1 Timotheus 2,14). Adam sündigte tatsächlich mit weit geöffneten Augen.

Eldredge hat auch mit seiner Frau Stasi an einem Buch für Frauen mitgearbeitet. Das Buch Captivating: Unveiling the Mystery of a Woman's Soul ("Bezaubernd: Sichtbarmachen des Geheimnisses der Seele einer Frau" von John and und Stasi Eldredge) war kurz auf Rang 14 der New York Times Bestsellerliste in der Kategorie „Ratschlag" (und ist 2009 immer noch darin aufgeführt). John scheint Stasi beim Schreiben dieses Buches bei weitem in den Schatten zu stellen, weil er oft ganze Absätze aus Wild at Heart zitiert (Moment mal - ist Captivating nicht an Frauen gerichtet?). Im Großen und Ganzen ist das ganze Konzept hinter dem Buch aus biblischer Sicht eher erschreckend. Wie in Wild at Heart wird der Leser beständig an das „innere Kind" mit den Träumen und Hoffnungen der Kindheit erinnert. Auch hier werden Filme in den Mischmasch gebracht, um damit zu definieren, was Frauen (und Männer) wirklich in ihrem Leben wollen, und das wird mit dem verglichen, wie Jesus „Geschichten" verwendete, um die Herzen der Leute zu lehren.

Captivating soll Frauen helfen, ihre Rolle hinsichtlich des Mannes in ihrem Leben zu entdecken und die Dinge durch seine Augen zu sehen. Eine Stelle beschreibt, wie ein Mann sich in Pornographie oder Unzucht verfangen kann. Nein, es ist keine Sünde in seinem Leben, Lust in seinem Herzen oder irgendeines der Dinge, vor denen uns die Bibel warnt. Was er nach den Eldredges sucht, ist in Wirklichkeit Bestätigung, meine Damen, und wenn ihr Mann sich nicht durch sie bestätigt fühlt (und als Nebenbemerkung sagen sie, „und wenn seine Beziehung zum Herrn ihm nicht diese Bestätigung gibt"), dann ist dieser Kerl beim ersten hübschen Gesicht, das vorbei kommt und etwas Besseres anbietet, Geschichte. Was lehrt dies die Frauen? Ist das überhaupt richtig? Die Bibel sagt uns, „"Ihr Männer, liebt eure Frauen... die Frau aber erweise dem Mann Ehrfurcht". Sie sagt auch, eine Frau lüstern anzuschauen bedeutet, Ehebruch mit ihr zu begehen. Aber hier wird die Verpflichtung der Frau aufgelegt, beständig zu versuchen, den (möglicherweise unrealistischen) Erwartungen ihres (vielleicht sündigen) Mannes zu entsprechen, oder ansonsten sich bereit zu machen, ihn aus der Tür dem nächsten Minirock nachlaufen zu sehen, der vorübergeht. Sollte so ein Mann seine Frau lieben, wie Christus die Gemeinde geliebt hat?

Eine weitere Sektion beschäftigt sich mit dem Buch Ruth in der Bibel und wie sie einen Mann „eroberte". Das ist die schöne Geschichte der demütigen Liebe einer Frau für Naomi, einer Schwiegermutter, die ihr nichts bieten konnte. Wir sehen Ruths Gehorsam Naomi gegenüber und Gottes späterer Segen über ihrem Leben, was zur zukünftigen Geburt von Jesus, dem Messias führte. Die Eldredges stellen dies als Beispiel, „wie man einen Mann erobert", dar. Die Geschichte weist wenig Ähnlichkeit mit der Schrift auf. Nach den Eldredges ist „Boas ein guter Mann.... Aber Boas gibt Ruth nicht, was sie wirklich braucht - einen Ring. Deshalb... verführt Ruth ihn.... Die Männer arbeiteten von morgens bis abends... sie sind gerade fertig geworden und nun wird gefeiert.... Ruth nimmt ein Schaumbad und zieht umwerfende Kleidung an; dann wartet sie auf den richtigen Moment... spät am Abend, nachdem Boas ein wenig zuviel getrunken hat: ‚Als nun Boas gegessen und getrunken hatte und sein Herz guter Dinge war...' (Ruth 3,7)." Eldredge kommentiert, „guter Dinge' steht hier für den konservativen Leser. Der Mann ist betrunken, was durch das offensichtlich wird, was er als nächstes tut: umkippen: ‚ging er und legte sich hinter einen Garbenhaufen' (3,7).... Und [Ruth] kam leise und hob die Decke auf zu seinen Füßen und legte sich dort hin.'" Er fährt fort: „Man kann die Stelle unmöglich so lesen, dass sie ‚sicher' oder ‚nett' ist. Das ist schlicht und einfach Verführung - und Gott stellt es als Beispiel hin, dem alle Frauen folgen sollen, da Er... Ruth ihr eigenes Buch in der Bibel gibt [und] sie auch in der Abstammung aufführt. Ja es gibt Leute, die euch zu sagen versuchen, dass es für eine schöne Singlefrau ‚in jener Kultur' völlig üblich ist, sich mitten in der Nacht an einen Singlemann heranzumachen (der zuviel getrunken hat), wo kein anderer in der Nähe ist (hinter einen Garbenhaufen) und sich mit den Decken zuzudecken. Das sind dieselben Leute, die euch sagen, dass das Hohe Lied nichts anderes als eine theologische Metapher ist, die sich auf Christus und seine Braut bezieht (Hohelied 7,7-8).... Ich sage euch, meine Meinung ist, die Kirche hat Frauen wirklich gelähmt, wenn sie sagt, ihre Schönheit sei nichtig, und sie seien am femininsten, wenn sie anderen dienen" (Seite 156-57) [Hervorhebung hinzugefügt].

Es ist eine traurige Sache, dass dieses Paar es fertig gebracht hat, Texte aus der  Bibel zu nehmen und sie zu verfälschen und zu verdrehen, damit sie zu ihren eigenen Vorstellungen passen von Liebe, Ehe und sich Gott als lebendiges Opfer darzubringen. Diese Bücher werden immer noch jungen (und nicht so jungen) Männern und Frauen in Gemeinden und Bibelstudien angeboten und auf Leselisten für Christen empfohlen. Wir sind in erheblichen Schwierigkeiten, wenn das Wort Gottes in eine Karikatur verwandelt wird und auf die Männer und Frauen Gottes ein schäbiges und nicht so ehrenwertes Licht geworfen wird. Mögen wir rasch unterscheiden, wenn „christliche" Verfasser versuchen, christliches Leben in einer Weise, die der Wahrheit der Schrift entgegensteht, darzustellen.